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Happy Sunday Reader! „Erstelle mir einen Trainingsplan für einen Marathon." Mit diesem Satz starteten drei Frauen in meinem Workshop diese Woche. ChatGPT lieferte sofort einen Plan. Sechs Trainingstage. Für jemanden, der nur am Wochenende Zeit hat. Na, das fängt ja gut an. 😉 Die drei hätten an dieser Stelle sagen können: „Siehst du, KI bringt mir nichts." Stattdessen erklärten sie genauer, für wen der Plan gedacht war: „Ich bin 49, absolute Anfängerin und habe Knieprobleme. Der Marathon ist in sechs Monaten. Ich arbeite Vollzeit und habe Kinder. Trainieren kann ich nur am Wochenende." Die nächste Antwort passte besser zu ihren Angaben. Beim Lesen fiel ihnen auf, was noch fehlte. Mit jeder Runde ergänzten sie mehr Kontext. Dann drehten sie die Frage um: 💡 „Was müsstest du noch von uns wissen, um einen wirklich passenden Trainingsplan zu erstellen?" Jetzt fragte ChatGPT nach. Nach ihrer bisherigen Lauferfahrung, ihrer Ausrüstung und sogar nach ihren Lieblingsorten in München. Aus dem allgemeinen Plan wurden ein Entwurf für den Kühlschrank und Vorschläge für Laufstrecken entlang dieser Orte. Ob das Marathonziel bei Knieproblemen und so wenig Trainingszeit realistisch ist, gehört sportmedizinisch abgeklärt. Der Aha-Moment im Workshop lag woanders. Die Frauen erzählten anschließend, wie lange sie anfangs überlegt hatten, was sie der KI alles sagen müssten. Jetzt ließen sie sich dabei helfen, herauszufinden, welche Angaben überhaupt wichtig waren. Genau deshalb starte ich in meinen Workshops gerne mit einer Alltagsaufgabe. Du merkst schnell, ob eine Antwort zu deinem Leben passt. Meine erste Aufgabe mit einem KI-Agenten war zum Beispiel die wöchentliche Essensplanung. Die kostet mich zuverlässig Zeit und Nerven. Und meine Kinder übernehmen freundlicherweise die Qualitätskontrolle: „Mama, ist okay, aber brauchst du nicht noch mal machen." Dieses Feedback bekomme ich allerdings auch, wenn ich die Menüplanung ganz ohne KI übernehme. An einer kleinen Alltagsaufgabe kannst du ein neues Tool oder Feature in Ruhe und ohne Angst ausprobieren. Wählst du eine Aufgabe ohne sensible Angaben, musst du dich auch nicht gleich mit der Frage beschäftigen: „Darf ich diese Information überhaupt hochladen?" Was du dabei übst, hilft dir später im Job. Denn ob privat oder beruflich, die Fragen, um die KI effektiv zu prompten, bleiben dieselben: 1. Was möchte ich am Ende haben? Beim Essensplan heißt das zum Beispiel: fünf Abendessen, die meine Kinder mögen und die in unseren Wochenrhythmus passen. Dafür braucht die KI unsere Vorlieben und die Zeit, die ich zum Kochen habe. Bei der Vorbereitung eines Sales-Meetings werden die Antworten vielleicht komplexer. Du musst genauer überlegen, welche Informationen relevant sind und welche du überhaupt teilen darfst. Aber du hast schon geübt, ein Ziel zu beschreiben und einen Vorschlag daran zu prüfen. Jetzt bist du dran. Probier diese Woche ein neues KI-Feature oder Tool mit einer Aufgabe aus, die du sowieso erledigen möchtest. Einen Kindergeburtstag planen, einen Wochenendtrip mit Freundinnen organisieren oder die Essensplanung für die nächste Woche. Beschreibe kurz, was du vorhast, und hänge diesen Prompt an: „Hilf mir, diese Aufgabe genauer zu beschreiben, bevor du eine Lösung vorschlägst. Was musst du noch von mir wissen? Stell mir die Fragen bitte einzeln." So holst du dir einen Denkpartner ins Boot, der dir schon beim Sortieren deiner Gedanken hilft. Prüfe anschließend den ersten Vorschlag und sag konkret, was noch nicht passt. Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, überlege: Was davon könnte mir auch bei der Arbeit helfen? Vielleicht beim nächsten Meetingbericht, einem Newsletter oder einer schwierigen E-Mail. Die drei Frauen haben erlebt, wie viel sich im Gespräch klären lässt. Dafür hat ein einziger, ziemlich allgemeiner Satz gereicht, um loszulegen. Muss ja nicht gleich ein Marathon sein. Welche Aufgabe würdest du auf diese Weise ausprobieren? Schreib mir gern zurück – ich bin neugierig. ❤️ from Venice Beach Simone P.S. Der Wasserschaden von letzter Woche ist fast vergessen und der neue Laptop ist großartig. Nach einem Sommer zwischen KI-Agenten-Bauen im stillen Kämmerlein und Kinderbespaßung in den Ferien bin ich endlich wieder back in business. Nächste Woche gebe ich einen weiteren Workshop und mein kostenloses Bitkom-Seminar. Hier kannst du dich kostenlos registrieren. Danach fliege ich zum Oktoberfest nach München. Ein bisschen Spaß muss sein – ganz ohne KI! |
Hi, ich bin Simone Lis. Als Schwäbin in Kalifornien lebe ich im Dauer-Spagat zwischen Perfektionismus und Silicon-Valley-Wahnsinn, zwischen KI-Agenten und analoger Renaissance, zwischen Familie und Me-Time. Ich teile echte KI-Use Cases, Learnings, Fails und Aha-Momente auf meinem Weg zur Future-Ready Woman. Schritt für Schritt, ohne Abkürzungen. Mit allen Ängsten, Zweifeln und hormonellen Achterbahnfahrten, die dazugehören, wenn man als Frau in der Lebensmitte trotzdem (oder gerade deswegen) ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben will.
Happy Saturday Reader! Donnerstagabend. Mein Ringlicht ist an, das Skript steht in den Sprechernotizen, und meine geklonte Stimme wartet in ElevenLabs. Ein schneller Upload meiner Texte, und ich selbst müsste keine Videos mehr aufnehmen. Ich hasse es, mich auf Video aufzunehmen. Und trotzdem habe ich auf Aufnahme gedrückt. Dabei hatte mir KI in dieser Woche schon so viel Zeit gespart. Donnerstagabend, kurz vor der Aufnahme. Begeisterung sieht anders aus. Sieben Videos. Und plötzlich baut...
Happy Saturday Reader! Letzte Woche habe ich mir ein Webinar-Recording von Allie K. Miller angeguckt: „Building Your AI Workforce (with Mark Cuban)“ (kostenlos, mit Anmeldung, aber es lohnt sich). Sie zeigte ihre KI-Armee: ein Organigramm mit 34 Agenten. Ihre Agenten heißen unter anderem Chandler, Rachel und Monica und machen aus einer einzigen Sprachnachricht elf fertige Texte. Quelle: Allie K. Miller, „Building Your AI Workforce (with Mark Cuban)“ Ich war sofort Feuer und Flamme. „Das will...
Was das mit meinem Abi-Treffen zu tun hat Happy Saturday Reader! Ich schreibe dir heute nicht aus meiner kleinen Garage in Venice, sondern aus Gärtringen. Nach dem Oktoberfest in München ging es weiter zu meinem 30-jährigen Abiturtreffen. Zurück ins Schwabenland, wo meine Mutter und mein Bruder noch immer leben. Irgendwie auch zurück in mein altes 12-Quadratmeter-Kinderzimmer. Mein erster Gedanke: „Wow, bin ich alt geworden!“ Danach habe ich im Keller meine alte Abi-Zeitung gefunden. Beim...