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Happy Saturday Reader! Neulich saß ich mit einer Bekannten aus Europa im Fig Tree, einem meiner Lieblingsfrühstückslokale in Venice Beach. Sie war zu Besuch in Los Angeles und fragte mich, wie mein Business so läuft. Ich erzählte ihr von meinen KI-Trainings mit Mitarbeitenden mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Und davon, was mir dabei immer wieder begegnet: die Angst, beim Datenschutz etwas falsch zu machen. In manchen Unternehmen gibt es seitenlange KI-Richtlinien. So streng formuliert, dass sich die Mitarbeitenden kaum noch trauen, etwas auszuprobieren. In anderen gibt es überhaupt keine Orientierung. Manchmal kommt es mir vor, als würde ich in zwei völlig unterschiedlichen KI-Welten leben. Hier in Kalifornien erlebe ich Menschen, die ihrer KI ganz selbstverständlich Zugriff auf ihre Kreditkarte geben, damit sie Dinge für sie erledigt, zum Beispiel Flüge buchen. Und in Deutschland begegne ich Mitarbeitenden, die sich kaum trauen, ihren eigenen Namen in einen KI-Chat zu schreiben. Das eine finde ich derzeit noch ziemlich leichtsinnig. Das andere unnötig einschränkend und nicht praktikabel. Meine Bekannte nickte und sagte plötzlich: „Ach, ich habe übrigens auch die Memory meiner KI ausgeschaltet. Eine Freundin hat mir das aus Datenschutzgründen empfohlen.“ Ich schaute sie überrascht an. „Warum denn das?“ Meine Bekannte hat jahrzehntelang internationale Unternehmen geführt, sie investiert in Start-ups und nutzt selbst regelmäßig KI. Und trotzdem war ihr der Unterschied zwischen zwei wichtigen Einstellungen nicht klar. Training und Memory Beim Modelltraining entscheidest du, ob deine Inhalte verwendet werden dürfen, um zukünftige KI-Modelle zu verbessern. Bei all meinen KI-Accounts habe ich das ausgeschaltet. Mit Memory können die KI-Tools Informationen aus früheren Gesprächen behalten oder berücksichtigen, um dich bei zukünftigen Aufgaben besser zu unterstützen. Das lasse ich persönlich eingeschaltet. Wie nutze ich Memory? Stell dir deine KI als neue Team-Assistenz vor. Die Personalisierung in den Einstellungen ist das „Post-it“ an ihrem Bildschirm, das kurz zusammenfasst, wie die KI mit dir zusammenarbeiten soll. Es gilt für jeden Chat. Und Memory ist ihr eigenes Notizbuch. Darin schreibt sie sich auf, was sie in euren Gesprächen über dich mitbekommt. Zwei Beispiele aus meinem Alltag: Meine KI weiß, dass ich Zitate in meinem Newsletter immer kursiv setze. Und sie weiß, dass ich die Satzkonstruktion „Nicht X, sondern Y“ nicht mag, weil sie für mich nach KI klingt. Als ich diesen Newsletter überarbeitet habe, hat sie mich genau darauf hingewiesen. Erklären musste ich ihr das nicht noch einmal. Natürlich funktioniert das nicht immer perfekt. Ein Memory-Notizbuch kann veralten, und manchmal steht etwas darin, das gar nicht hineingehört. „Das schaue ich mir noch mal an“, sagte meine Bekannte. Ich zeigte ihr, wo sie die Einstellungen findet, wie sie Trainingsdaten deaktivieren kann und wie sie in Memory selbst entscheiden kann, welche Informationen das KI-Tool behalten darf und was nicht. Ob sie Memory wieder eingeschaltet hat, das weiß ich nicht. Aber jetzt kennt sie den Unterschied. Was teile ich mit meiner KI? Memory anlassen heißt aber nicht, meiner KI alles zu erzählen. Denn alles, was ich in einen Chat schreibe, kann irgendwann im Notizbuch landen. „Keine Kundendaten in KI hochladen.“ Diesen Rat hören wir ständig. Egal, ob wir angestellt oder selbstständig sind. Aber wie soll KI bei der Arbeit helfen, wenn sie überhaupt keinen Kontext bekommt? Angenommen, ich möchte ein Kundenangebot verbessern. Braucht meine KI dafür wirklich den Kundennamen, E-Mail-Adressen, vertrauliche Konditionen und Vertragsdetails? Nein. Vielleicht reicht eine bereinigte Vorlage, aus der ich personenbezogene Daten und vertrauliche Informationen entfernt habe. Damit kann KI bereits die Struktur verbessern oder Formulierungen verständlicher machen. Ob ich diese Vorlage verwenden darf, hängt allerdings auch vom Tool, den Vereinbarungen mit Kund:innen und möglichen Unternehmensrichtlinien ab. Im Zweifel frage ich nach, bevor ich etwas hochlade. Und wenn du selbstständig bist und keine IT-Abteilung hast: Frag in deinem Netzwerk nach, wie andere es machen. Meine einfache Regel: Nicht alles, was ich weiß, muss auch meine KI wissen. Dabei hilft mir eine Ampel: ✍️ Jetzt bist du dran: Was weiß deine KI über dich? Nimm dir diese Woche zehn Minuten. Öffne die Einstellungen deines KI-Tools und such den Bereich für Memory oder Personalisierung. In ChatGPT findest du ihn unter Personalisierung. Je nach Account findest du dort unterschiedliche Möglichkeiten, Erinnerungen und die Nutzung früherer Chats zu steuern. Prüfe außerdem in den Datenschutz-Einstellungen, ob die Verwendung deiner Inhalte zur Verbesserung der Modelle aktiviert ist. In ChatGPT heißt das Datenkontrollen. Dann frage deine KI: „Was weißt du über mich, meine Arbeit und meine Arbeitsweise? Welche Informationen helfen dir, mich besser zu unterstützen? Welche sind möglicherweise veraltet, sensibel oder unnötig? Unterscheide bitte zwischen Informationen, die ich dir ausdrücklich gegeben habe, und deinen eigenen Schlussfolgerungen.“ Ich habe das diese Woche selbst gemacht, mit Claude, meinem KI-Tool. Die Antwort war hilfreich und ein kleiner Weckruf. In Claudes Notizbuch, also in der Memoryfunktion, stand zum Beispiel irgendwo meine Straße, wo ich wohne, noch dazu die Namen meiner Kinder und Informationen über meine Familie, die dort nicht hingehören. Einiges war schlicht veraltet, zum Beispiel ein Speicherort, der noch zu meinem alten Laptop verlinkt war. Und Claude hat offen gesagt, dass die Antwort nicht vollständig ist, weil es nur einen Teil der gespeicherten Informationen eingesehen hatte. Mein Straßenname war für mich Rot auf meiner Ampel, die Infos über meine Familie Gelb. Beides habe ich aus dem Memory gelöscht. Die Namen meiner Kinder stehen jetzt nur noch in meinem Projektfolder, wo meine KI sie für Schulfragen wirklich braucht. Das „Clean-up“ hat keine zehn Minuten gedauert. Genau deshalb schaue ich regelmäßig rein, statt alles auszuschalten. Prüfe deine Antworten also kritisch, schau auch direkt in deine Einstellungen und Memoryfunktion und entscheide dann, was bleiben darf. Und jetzt interessiert mich: Was hat sich deine KI über dich alles gemerkt, und was hast du gelöscht? Schreib mir. Ich lese jede Antwort. Bis in zwei Wochen, ❤️ aus Venice Beach Simone |
Hi, ich bin Simone Lis. Als Schwäbin in Kalifornien lebe ich im Dauer-Spagat zwischen Perfektionismus und Silicon-Valley-Wahnsinn, zwischen KI-Agenten und analoger Renaissance, zwischen Familie und Me-Time. Ich teile echte KI-Use Cases, Learnings, Fails und Aha-Momente auf meinem Weg zur Future-Ready Woman. Schritt für Schritt, ohne Abkürzungen. Mit allen Ängsten, Zweifeln und hormonellen Achterbahnfahrten, die dazugehören, wenn man als Frau in der Lebensmitte trotzdem (oder gerade deswegen) ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben will.
Happy Saturday Reader! Donnerstagabend. Mein Ringlicht ist an, das Skript steht in den Sprechernotizen, und meine geklonte Stimme wartet in ElevenLabs. Ein schneller Upload meiner Texte, und ich selbst müsste keine Videos mehr aufnehmen. Ich hasse es, mich auf Video aufzunehmen. Und trotzdem habe ich auf Aufnahme gedrückt. Dabei hatte mir KI in dieser Woche schon so viel Zeit gespart. Donnerstagabend, kurz vor der Aufnahme. Begeisterung sieht anders aus. Sieben Videos. Und plötzlich baut...
Happy Saturday Reader! Letzte Woche habe ich mir ein Webinar-Recording von Allie K. Miller angeguckt: „Building Your AI Workforce (with Mark Cuban)“ (kostenlos, mit Anmeldung, aber es lohnt sich). Sie zeigte ihre KI-Armee: ein Organigramm mit 34 Agenten. Ihre Agenten heißen unter anderem Chandler, Rachel und Monica und machen aus einer einzigen Sprachnachricht elf fertige Texte. Quelle: Allie K. Miller, „Building Your AI Workforce (with Mark Cuban)“ Ich war sofort Feuer und Flamme. „Das will...
Was das mit meinem Abi-Treffen zu tun hat Happy Saturday Reader! Ich schreibe dir heute nicht aus meiner kleinen Garage in Venice, sondern aus Gärtringen. Nach dem Oktoberfest in München ging es weiter zu meinem 30-jährigen Abiturtreffen. Zurück ins Schwabenland, wo meine Mutter und mein Bruder noch immer leben. Irgendwie auch zurück in mein altes 12-Quadratmeter-Kinderzimmer. Mein erster Gedanke: „Wow, bin ich alt geworden!“ Danach habe ich im Keller meine alte Abi-Zeitung gefunden. Beim...